2017: Neu hinsehen! Ein katholischer Blick auf Luther

Ein Projekt der KEB Sachsen-Anhalt und der Akademie des Bistums Magdeburg


Warum dieses Projekt?

 

Es ist bekannt, dass Luther im Streit mit Theologen und Kirchenleuten wenig zimperlich im Stil der Zeit handelte. Auf allen Seiten benutzten die Kontrahenten meist scharfe Polemik. Nachdem 1521 der Augustinereremit aus der Kirche ausgeschlossen war, verstärkte sich dies. Vor allem der katholische Theologe Johannes Cochläus festigte das Bild Luthers als des lächerlichen Ketzers.

 

Doch nahm man katholischerseits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Aufblühen der ökumenischen Annäherungsversuche Luther allmählich differenzierter wahr. Man wurde sich bewusst, dass er auch ein Stück eigene, katholische Kirchengeschichte ist - ganz zu schweigen davon, dass die Reformation bis heute kirchengeschichtlich spürbare Folgen hat, die es immer tiefer zu erfassen gilt. Zugleich wurde deutlich: Die ab 1521 einsetzende Kirchenspaltung ging nicht im Haur-ruck-Verfahren vor sich. Die Reformation war ein kompliziertes, mitunter langwieriges und unterschiedlich absichtsvolles Geschehen. Und Luther war nur einer unter vielen Akteuren (wenngleich der mit der größten Bedeutung für Deutschland), oftmals sogar der maßvollere, der allzu drängenden Veränderungen abwartend entgegentrat.

 



Impuls

Foto: St. Mokry
Foto: St. Mokry

Luther ist omnipräsent...

Wenn man genau hinsieht, dann taucht Luther im öffentlichen Raum der Reformationsstammlande auch an Stellen auf, wo man ihn nicht zuallererst vermutet - wie hier auf einem Straßenschild in Halle. Dazu kommen die Plakate für die großen Ausstellungen, die oft mit Luthers Konterfei werben, die Wortbildmarke der Lutherdekade.

Alles steuert nun in den nächsten Jahren - ähnlich wie auf dem Schild - geradewegs auf Luther zu.

 

Unbeabsichtigt entsteht auf dem Schild jedoch konfessionsgeschichtlich eine Spannung - gleich unter dem Hinweis auf die Lutherstadt steht der Name eines traditionsreichen Bistums: Merseburg, das erst Jahre nach dem Tode Luthers durch Einführung der Reformation unterging. Mehr dazu...

 

 


Angesichts des bevorstehenden Reformationsgedenkens 2017 anlässlich der 500. Wiederkehr der Abfassung von Luthers Thesen gegen den Ablasshandel ergreifen die Katholische Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt und die Akademie des Bistums Magdeburg die Chance für das Projekt "2017: Neu hinsehen! Ein katholischer Blick auf Luther". Das Projekt lädt ein, sich ein umfassenderes Bild zu Luther und zur Reformation sowie zu den Themen der Lutherdekade zu machen sowie einen zweiten, vielleicht neuen und eventuell überraschenden Blick auf Martin Luther zu werfen.

 

Ziel des Projekts ist es,

 

  • dem Wandel und der Bedeutung Luthers innerhalb der katholischen Kirche nachzuspüren.
  • dazu zu ermuntern, sich unvoreingenommen mit Luther zu beschäftigen.
  • einen katholischen Beitrag in den Vorbereitungen auf das Reformationsgedenken zu geben.
  • die ökumenische Verständigungsbasis zu Luther und zur Reformation im gegenseitigen Dialog der Konfessionen und Institutionen auszubauen.
  • hierzu verschiedene Angebote mit bundesweiter wie regionaler Ausstrahlung ins Leben zu rufen.

 

Für einen ersten thematischen Einstieg bietet diese Homepage eine Auswahl an Informationen und stellt das Projekt vor. Links und Materialien regen zur Weiterbeschäftigung an.