Impulse (Fortsetzungen zu den Bildimpulsen)


Solus Christus (Fortsetzung zur Startseite):

 

Das Bild vom "Schlussstein Christus" entstammt dem Prophetenbuch Sacharja des Alten Testaments, Kapitel 4.

In den acht Visionen dieses biblischen Buches geht es um die ersehnte Erneuerung des im 6. Jh. v. Christus von den Babyloniern zerstörten Jerusalemer Tempels und des auserwählten Gottesvolkes. Der Tempel war für das Volk Israel der zentrale Ort der Gottesbegegnung, der ihm nun genommen war.

Das Zitat "Er holt den Schlußstein hervor, und man ruft: Wie schön ist er, wie schön!" wurde, wie seit der Antike für die Schriften des Alten Testamentes üblich, auf das Kommen Christi bezogen: mit ihm erfüllt sich Gottes Heilsplan, die Welt zu erlösen.


Diese Art der Bibelauslegung war auch besonders für Luther typisch. Er deutete z.B. das Buch der Psalmen in seinen Vorlesungen an der Wittenberger Universität in diesem Sinne intensiv auf Christus.

 

Das "Solus Christus" gehört zu den zentralen sogenannten reformatorischen Prinzipien Luthers. Für ihn wurde während seiner Lehrtätigkeit etwa zwischen 1513 und 1518 klar: nur im Glauben (lat. fides) an Jesus Christus als Gottes Sohn, der sich aus freien Stücken dem Leiden am Kreuz aus Liebe zu Gott und den Menschen hingab, kann der Mensch vor Gott bestehen - also gerechtfertigt werden, Rechtfertigung erlangen. Gott straft nicht, Gott schenkt Leben. Das ist Gnade (lat. gratia). Und das bezeugt die Heilige Schrift (lat. scriptura), die Bibel - für Luther an der zentralen Stelle im Brief des Apostels Paulus an die Römer, Kapitel 1, Vers 17.

 

Daraus ergeben sich die 4 reformatorischen Prinzipien: solus Christus, sola fide, sola gratia, sola scriptura.

 


Luther ist omnipräsent... (Fortsetzung zur Seite "Warum dieses Projekt?")

 

Das Straßenschild macht somit auf seine Art deutlich: die Reformation war dort, wo sie vollzogen wurde, immer nur zum Preis der Aufgabe des Bisherigen möglich. Das stimmt nachdenklich. Vor allem in ökumenischer Hinsicht. Ausgehend von dem im Johannesevangelium (Joh 17, 21f.) überlieferten Wunsch Jesu, dass die Gläubigen eins seien, also nicht gespalten und getrennt, stellt sich die Frage, wohin der ökumenische Weg weiterführt.

Um welchen Preis wird die Spaltung heute noch ausgehalten?

Und welchen Preis wird vielleicht zukünftig eine Einheit - aus der historischen Erfahrung betrachtet - einmal haben?

 

Der omnipräsente Luther entwickelt somit eine mahnende Funktion, wenn er - wie auch auf dieser Homepage - seinen Blick von der Wortbildmarke der Lutherdekade auf den Betrachter und die Welt um ihn herum wirft.